Moonlitt & Sunlitt
Himmelsmechanik für alle: Der Mond hält sich an keine starren Öffnungszeiten, die Sonne ebenso wenig – umso besser, dass zwei Apps aus dem Raum Neapel ihre Fahrpläne kennen. Hinter dem Paket „Sonne und Mond Tracker“ steht das Indie-Studio Flipping Hues, gegründet von drei Absolventen der „Apple Developer Academy“.
Moonlitt, die jüngere der beiden Apps, gewann im Juni 2026 einen „Apple Design Award“ im Bereich „Interaktion“. Die App zeigt Mondphasen, Auf- und Untergangszeiten sowie die Position am Himmel, wahlweise per Kompass, auf einer Karte oder in erweiterter Realität (augmented reality). Ein Mondkalender verrät, wann Vollmond, Supermond oder Finsternis anstehen – Benachrichtigungen und Live-Aktivitäten erinnern rechtzeitig daran. Und wer mag, liest beispielsweise nach, warum der Juli-Vollmond nach dem Bock benannt ist.
Sunlitt, Design-Award-Finalist 2024, übernimmt die Tagschicht: Sonnenverlauf, goldene und blaue Stunde sowie eine Schattenkarte, die sogar Geländeschatten von Bergen und Tälern berechnet – nützlich für Fotografie, Balkonplanung und Grundstückskauf gleichermaßen. Beide Apps laufen auf iPhone, iPad, Mac, Apple Watch und Vision Pro, funktionieren offline und verzichten auf Werbung. Die Grundfunktionen sind kostenfrei, die Abos schalten Extras wie erweiterte AR-Ansichten frei. Moonlitt Pro kostet 3,99 Euro im Monat, das Kombipaket 5,99 Euro monatlich oder 29,99 Euro im Jahr. Wer je bei Vollmond schlecht geschlafen hat, weiß nun präzise, wann es wieder so weit ist.
Fazit: Preisgekröntes Duo für Sonnen- und Mondstand – perfektionistisch gestaltet, technisch präzise und selbst ohne den Abschluss eines Abos erstaunlich nützlich.
Node Health
Laborwerte dechiffrieren: Node Health digitalisiert Blutwerte per PDF-Import, Kamera-Scan oder Handeingabe und ordnet über 230 Marker, darunter auch Urin- und Körperwerte, persönlichen Referenzbereichen zu – abgestimmt auf Alter und Geschlecht. Farbcodierte Diagramme zeigen Trends über Jahre. Die Werte selbst bleiben lokal auf dem iPhone; für den KI-Scan wandert der Befund allerdings ins Netz.
Vän
Lässt das iPhone schnurren: Der Schweizer Entwickler Adrian Stanco setzt ganz auf die Taptic Engine des iPhone. Neun haptische Begleiter wie „Der Puls“ oder „Das Schnurren“ lassen den Aktuator im Smartphone beruhigend in der Hand vibrieren, geführte Atemrhythmen und ein Einschlaftimer helfen beim Abschalten. Eine kleine, aber feine App, die Ruhe schenkt, statt Aufmerksamkeit zu stehlen.
Yearli
Das Jahr auf einen Blick: Yearli, bis vor Kurzem noch als Yearo geführt, legt sämtliche Termine aus Apple- und Google-Kalender in einer einzigen Jahresansicht übereinander. Volle Wochen und freie Phasen treten dabei sofort hervor. Bis zu 50 Ansichten mit je 20 Kalendern lassen sich anlegen, individuell gestalten und nach Ereignistypen filtern, der Export gelingt als PDF oder aber als Bild.
Den Urlaub mit Numbers oder einer anderen Tabellenkalkulation planen? Unsere drei App-Tipps machen es besser – von der Planung, die tatsächlich gut aussieht, bis zu Orten, die in keinem Reiseführer stehen.
Wanderlog
Reiseführer? Waren gestern. Wer Reisen bislang mit Reiseführer in der einen Hand und Tabellen oder der Notizen-App in der anderen plante, findet in Wanderlog eine deutlich ansprechendere Alternative. Die App bündelt Flüge, Hotels und Sehenswürdigkeiten in einer Tagesübersicht und verankert alles auf einer Karte – Stationen lassen sich per Ziehen und Ablegen umsortieren, Routen optimieren, Entfernungen ablesen. Buchungsbestätigungen wandern per E-Mail-Weiterleitung automatisch in den Plan. Praktisch für Gruppen: Mitreisende bearbeiten den Plan in Echtzeit wie ein gemeinsames Dokument, ein integriertes Kassenbuch rechnet Ausgaben ab. Kuratierte Empfehlungen mit Restaurants und Aussichtspunkten nehmen dem gedruckten Reiseführer einiges ab. Pläne funktionieren auch offline. Vieles davon ist kostenfrei nutzbar, das Pro-Abo für 36,99 Euro im Jahr ergänzt unter anderem Google-Maps-Export und Mail-Anbindung.
Trovelo
Der Gegenentwurf zur Datensammel-Konkurrenz: Hier gibt es keine Konten, keine eigenen Server, keine Analyse – die Reisepläne in Trovelo synchronisieren ausschließlich über die eigene iCloud des Anwenders. Die Reise entsteht aus Karten für Orte, Essen, Wege und Unterkunft, jeweils mit Zeit, Foto und Kosten, die interaktive Kartenansicht verortet dabei alles automatisch. Die Funktion „Smart Add“ versteht dank Apple Intelligence natürliche Sprache: Wer „Ramen bei Ichiran 19 Uhr“ eintippt, erhält so die fertige Karte – das erfordert allerdings mindestens ein iPhone 15 Pro. Ein Budgetrechner, eine praktische Packliste und Dokumentenablage runden das Reisepaket gelungen ab. Gegenüber Wanderlog fehlen Trovelo ausführlichere Guides und echte Zusammenarbeit, geteilte Pläne sind nur lesbar, die Oberfläche ist auf Englisch. Dafür genügt ein Einmalkauf: Trovelo Pro kostet 7,99 Euro, ein Abo gibt es nicht.
Atlas Obscura

Geheimtipps finden: Atlas Obscura begann 2009 als Online-Kompendium der Kuriositäten, gefüttert von einer weltweiten Gemeinschaft aus Entdeckenden. Die App bringt die komplette Datenbank auf eine Karte: unterirdische Kapellen, vergessene Industriedenkmäler, skurrile Museen und Landschaften, die kein Reisebüro so im Prospekt hat. Jeder Eintrag erzählt seine Hintergrundgeschichte mit Fotos und Hinweisen zur Anfahrt. Eigene Listen strukturieren die Wunschziele, die Funktion „Been There“ protokolliert Besuchtes – eine Art virtuelle Briefmarkensammlung für Entdecker. Wer nach Interessen stöbert, von Architektur bis Naturwundern, entdeckt nebenbei auch die eigene Umgebung neu. Die App ist kostenfrei, wirkt aber stellenweise behäbiger als die Website. Als Ergänzung zum Reiseplaner ist sie dennoch unschlagbar: Sie beantwortet die Frage, warum man überhaupt losfahren sollte.

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.


























